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Kennst du das? Du hast ein gutes Leben und trotzdem fühlt es sich nicht mehr lebendig an. Du hast Fragen ans Leben – viele Fragen – und keinen, der sie beantwortet. Du spulst deinen Alltag ab und denkst dir immer häufiger: „Ist das alles?“ Du vermisst die wirkliche, echte Freude. Du brauchst mehr Sinn. Du sehnst dich nach Weite, Wachstum und Abenteuer. Du willst mehr über dich selbst erfahren. Du weisst, du musst raus hier!

So sah es aus in uns, über Wochen, Monate – unterbewusst vielleicht schon Jahre. Ein Gefühlschaos, das in uns brodelte, bis wir radikal ehrlich unser Leben hinterfragten, uns Zeit zum Träumen nahmen und eine Entscheidung trafen, die alles veränderte...

„Wir alle haben zwei Leben. Das zweite beginnt, wenn wir realisieren, dass wir nur eins haben.“

Tom Hiddleston

AM MEER BEGINNT MEISTENS WAS GUTES

August 2017.  Tom und ich lagen unter einem riesigen Sonnenschirm auf der Terracotta Terrasse eines kleinen Hostels mit wenigen Gästen außer uns. Unsere Bücher haben wir beiseite gelegt, zu sehr zog uns das glitzernde Meer in seinen Bann. Direkt hinter der Steinbalustrade mit den schönen Blumenornamenten erstreckte sich nur Blau. Meerblau und Himmelblau, wie verschmolzen miteinander. In diesem Moment existierten nur wir beide und der Ozean.

Es waren die letzten Tage unseres ersten gemeinsamen Urlaubs auf Madeira. Ein Inselfleck, der noch zu Portugal zählt, aber rund zwei Stunden Flugzeit und viel Atlantik Abstand hält zu Lissabon. Die vergangenen zwei Wochen taten so gut. Meer-Fernsehen, über den Wolken auf dem Gipfel des Pico Ruivo die Sonne aufgehen sehen, 200 Buchseiten am Tag lesen, Bananen vom Baum essen und weiße Bikinistreifen. Endlich war mal wieder Frieden im Kopf. Und wir waren erleichtert, unsere erste gemeinsame Reise – die Feuerprobe für frisch Verliebte – nicht nur überstanden, sondern bis zum letzten Tag genossen zu haben.

„Stell dir vor, wir würden jetzt einfach weiterreisen. Wir könnten nach Afrika… oder Brasilien“, sagte Tom. Unsere Köpfe machten sich sofort auf die Reise, versuchten dem Verstand zu erklären, dass wir alles Nötige schon dabei hatten und spuckten einen Schwall von Reiseplänen aus, die alle begannen mit:

Wir könnten doch mal...

  •  mit dem Roller von Hanoi bis Ho-Chi-Minh-Stadt düsen!
  •  die Panamericana von Alaska bis Südamerika runterfahren!
  •  unter Sternenhimmel in der Wüste schlafen oder Bergluft in den Rocky Mountains schnuppern!
  • mit dem Camper von Gibraltar bis zum Nordkapp reisen! ▶︎Teil 1 geschafft! Geil war's...
  • auf Vulkane in Island klettern oder surfen lernen auf Hawaii!

BITTE KEINEN URLAUB MEHR!

Was da aus uns heraussprudelte, war nicht nur eine Bucket List (wir du deine findest, kannst du hier lesen), sondern unser Traumleben: aufregend, mit dem Finger auf der Landkarte und voller unvergesslicher Erlebnisse.

Wir realisierten, dass unsere Sehnsucht nach Abenteuer viel größer war, als wir es uns bisher eingestanden haben; dass unsere Reisepläne viel gewaltiger waren, als unsere Kapazität an Urlaubstagen.

UrlaubDas Wort fühlte sich noch nie richtig gut an. Immer ein bisschen nach einem viel zu dünn abgeschnittenen Stück Freiheit vom großen Batzen „Arbeit“. Wenn alles gut lief, war das einmal im Jahr ein Stück á 15 Tage, an denen wir höchst angestrengt versuchten, uns möglichst nicht anzustrengen: Erschöpfung ausschlafen. Aufnahmestopp. Keine Entscheidungen. Nur Sein.

Das ist wichtig. Aber eine wirkliche Reise beginnt erst danach. Eine Reise, die dich fordert, die Körper und Geist neu ankurbelt, die sich entwickelt und etwas mit dir macht.

Nach einer solchen Reise, nach dieser Art zu leben, sehnten wir uns: Unabhängig. In unserem Tempo. Im Einklang mit unserer persönlichen Entwicklung. Draußen. Mit genug Zeit, um Erlebnisse zu machen, Erfahrungen zu verarbeiten und Erinnerungen zu teilen.

Und obwohl wir das eigentlich schon immer wussten, haben wir uns in den letzten Jahren sehr erfolgreich zwei Leben aufgebaut, die uns genau das verwehrten.

UNSER SCHÖN EINGERICHTETES HAMSTERRAD

Zwei gute Jobs, zwei schöne Wohnungen in bester Lage, genügend Geld für Ausgehen, Hobbies, Urlaub und alles Mögliche waren die glänzende Oberfläche unseres Lebens. Hektik, Stress, Zukunftssorgen, Versagensängste, Selbstzweifel und Überforderung lagen sehr oft darunter.

„Aber eigentlich geht es ja allen so“, dachten wir.

„Eigentlich ist doch alles gut so wie es ist“, sagten die Anderen.

Eigentlich sollten wir zufrieden sein mit dem was wir haben, hat man uns beigebracht.

Eigentlich stimmte das alles.

Aber verdammt nochmal, wir waren doch nicht glücklich! Wissen wir jetzt…

Unsere beiden Bürojobs – Tom arbeitete im Sondermaschinenbau, ich im Konzertmanagement – fraßen Dreiviertel des Tages, die restlichen Stunden „Freizeit“ kämpften wir mit To-Do's oder einfach nur gegen die große Müdigkeit. Montag bis Freitag verschmolz zu einem eintönigen und kräftezehrenden Zeitblock, den es in unseren Gedanken von Wochenende zu Wochenende zu überwinden galt.

Dann Samstag Morgen: Was machen wir zuerst?! Einkaufen, Wäsche waschen, Küche putzen, laufen gehen, Familie besuchen, Postberg bearbeiten, mit Freunden treffen, Radtour, in die Berge fahren, das Boot rausholen oder endlich dieses eine Buch mal anfangen…?

Am Sonntag Abend folgte die bittere Erkenntnis: Wir haben nicht einmal die Hälfte davon geschafft und sind kein bisschen erholt. Erschöpfung.

Neuanfang - es war Zeit für eine neue Richtung in unserem Leben

Ausgebrannt mit 30? Wir wollten einen anderen Weg einschlagen

Okay ist nicht das Gleiche wie Hell yeah!

Diesen Rhythmus kann man bei einigermaßen guter körperlicher Verfassung, einem sonnigen Gemüt, wie es Tom und mir in die Wiege gelegt wurde, und einer verbleibenden Restfreude an seinem Job wohl ziemlich lange durchhalten. Hätten wir vielleicht auch die nächsten Jahre – wenn nicht Jahrzehnte – und es wäre okay gewesen. Aber mal ehrlich: Wann geben wir uns denn mit okay zufrieden?

Wenn das Essen okay schmeckt, wechseln wir beim nächsten Mal doch lieber das Restaurant. Ein Outfit, das okay aussieht, tragen wir sicherlich nicht zum ersten Date. Ein Hotel, das okay ist, empfehlen wir noch nicht einmal unserem Nachbarn.

Warum also akzeptieren wir das sonst so gescheute Mittelmaß wenn es um unsere eigene LEbensqualität geht?

Geld, Anerkennung, Sicherheit

Bequemlichkeit, Angst vor Veränderung

Das Leben ist nun mal so. Da müssen wir durch...

Kein Schimmer, was die Alternative sein soll!

Das waren unsere sparsamen Antworten und ganz ehrlich: Wir schämten uns, als wir die wirklich einmal ausgesprochen hatten: vor dem Leben, weil wir es so verschwendeten. Und weil sich diese Antworten weder nach uns, noch nach zwei Menschen anhörten, die ihr Traumleben führen.

Aber genau das war es, was wir tief in unserem Herzen wollten: ganz wir selbst sein und ein außergewöhnliches Leben mit außergewöhnlichen Erlebnissen. Wir wollten nicht mehr unser Leben betrachten und leise „okay“ seufzen – wir wollten mit ausgebreiteten Arme an der Klippe stehen und „HELL YEAH!“ brüllen!

HAST DU DICH MAL GEFRAGT?

  •  ob du dein Leben genauso leben würdest, wenn du dir um GELD keine Sorgen machen müsstest?
  • was in dir  ENTHUSIASMUS auslöst und das Gefühl, einfach lebendig zu sein?
  • ​was deine TALENTE sind, deine wirklichen LEIDENSCHAFTEN?
  • wie Du ERFOLG definierst und ob deine bisherigen ZIELE überhaupt noch zu dir passen?
  • wie für dich ein wirklich ERFÜLLTES LEBEN aussieht?
Unser Traum - Mit dem Camper durch Europa

Irgendwann wussten wir einfach, das JETZT der richtige Zeitpunkt ist

MUTAUSBRUCH – Alles auf Null

Wir haben uns all das und noch 1000 Fragen mehr gestellt. Kurz gesagt: Wir machten nicht nur ein Fass auf, sondern kippten gleich zehn davon um!

Wir überdachten sicher geglaubte Lebensentwürfe, hinterfragten unsere Gewohnheiten und misstrauten allen Selbstverständlichkeiten, die sich in den letzten Jahren still und heimlich in unser Leben geschlichen haben.

Uns wurde klar, dass sich nichts verändern würde, wenn wir alles so belassen wie es ist. Das hier war nicht unser Traumleben und um dahin zu gelangen, mussten wir etwas riskieren. Wir brauchten neue – positive – Gedanken und dafür eine andere Umgebung: Weite, Stille, Abenteuer und das Meer.

Wir hatten uns entschieden: Wir kündigen. Wir reisen. Alles auf Null. 

Auch waren wir uns einig, dass wir kein Sabbatical planen – Tom hatte sich vor zwei Jahren schon einmal sechs Monate Auszeit aus dem Berufsleben freigeschaufelt und wusste nur zu gut, wie schnell das gefürchtete Hamsterrad danach wieder Fahrt aufnimmt. Es war Zeit für einen Neuanfang. Und das hieß für uns, eine Reise mit offenem Ende.

Trotzdem hatten wir nie das Gefühl, auszusteigen – eher umzusteigen.

Wir möchten die Spur wechseln, Tempo rausnehmen und öfter die Richtung wechseln. Uns neu verorten, einfach mal Möglichkeiten ausloten und wieder Chancen wahrnehmen.

Wir suchen nicht nach mehr Freizeit und weniger Arbeitszeit, sondern nach besserer Lebenszeit.

Wohin unsere Reise von nun an geht und wer wir persönlich in einem, drei oder fünf Jahren sein werden, steht in den Sternen (und wir denken, hier auf dem Blog :D).

Es wird spannend. Endlich wieder…


„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, hat Hermann Hesse mal so schön geschrieben und ja, diese Geschichte wird immer sehr besonders bleiben für uns, weil sich danach einfach alles verändert hat. Vielleicht konnten wir dich ein bisschen inspirieren und Mut machen: für ein paar wichtige Fragen und dein persönliches Traumleben!

Wir freuen uns über deine Gedanken dazu in den Kommentaren!

KOMMENTARE:

  • Leela

    3. Juli 2019

    Hallo ihr zwei,
    mich interessiert es brennend wie ihr euch auf eurer Reise finanziert. Das Leben zu einer endlosen Reise zu machen, pure Glücksschweinglücklichkeit. Wie stellt ihr das an? Was habt ihr für Tipps?
    Habt ihr auf eurer Reise Gelegenheitsjobs, um das Benzin für den Van oder das Essen oder die Sonnencreme zu zahlen? Oder kommt das aus euren Ersparnissen? Oder aus der Untervermietung eurer Wohnungen? Wie könnt ihr dauerhaft Reisen ohne Angst haben zu müssen euch zum Beispiel kein Essen leisten zu können?
    Liebe Grüße
    Leela

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