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Reiseziel auf dem Globus
Nachhaltig Reisen: Reiseplanung

Bewusst und nachhaltig Reisen beginnt nicht erst am Reiseziel, auch nicht bei der Anreise, sondern fängt schon bei der Reiseplanung an: Bei Vorfreude, Sehnsucht, dem Kribbeln in den Zehen, leuchtenden Augen und lächelnden Gedanken wie „OMG – wird das gut!“ Bei all den Emotionen, die in einem hochschwappen, wenn etwas Besonderes ansteht. Denn genau das sollte Reisen (wieder) sein: etwas wirklich Besonderes. Luxus, der Wertschätzung und Aufmerksamkeit verdient.

In diesem ersten Teil unserer Blog-Serie „Bewusst & Nachhaltig Reisen“ geht es deshalb um eine bewusste Reiseplanung, die dich nicht nach „Irgendwohin“ bringt, sondern zu Orten, an die es dein Herz zieht. Und du erfährst, wie du mit einer bewussten Entscheidung für dein Reiseziel, mehr Zeit und einer individuellen Reiseplanung viel für die Umwelt tun kannst.

Bewusst und nachhaltig Reisen beginnt nicht erst am Reiseziel, auch nicht bei der Anreise, sondern fängt schon bei der Reiseplanung an: Bei Vorfreude, Sehnsucht, dem Kribbeln in den Zehen, leuchtenden Augen und lächelnden Gedanken wie „OMG – wird das gut!“ Bei all den Emotionen, die in einem hochschwappen, wenn etwas Besonderes ansteht. Denn genau das sollte Reisen (wieder) sein: etwas wirklich Besonderes. Luxus, der Wertschätzung und Aufmerksamkeit verdient.

In diesem ersten Teil unserer Blog-Serie „Bewusst & Nachhaltig Reisen“ geht es deshalb um eine bewusste Reiseplanung, die dich nicht nach „Irgendwohin“ bringt, sondern zu Orten, an die es dein Herz zieht. Und du erfährst, wie du mit einer bewussten Entscheidung für dein Reiseziel, mehr Zeit und einer individuellen Reiseplanung viel für die Umwelt tun kannst.

Die Bucket list – wohin zieht es dein herz?

Nimm dir mal ein Blatt Papier und schreib deine wirklichen Traum-Reiseziele auf (und wie bei allen Träumen gilt: Geld, Zeit und Bedenken spielen vorerst keine Rolle!)

Im nächsten Schritt notierst du dazu, warum du diese Orte so gerne bereisen würdest: Welche Erfahrungen möchtest du dort machen? Im Meer schwimmen, auf Vulkane steigen, durch den Dschungel wandern, Kitesurfen lernen, exotisches Essen probieren, Yoga üben, einen Tempel besuchen, einen Gipfel erklimmen, eine fremde Kultur kennenlernen, Stille, Weite, Wüste...

Falls du keine bestimmten Destinationen oder Erlebnisse vor Augen hast, schreib auf, was du dir von deinem nächsten Urlaub am sehnlichsten wünschst: Ruft dein Körper nach echter Erholung? Oder endlich mal wieder nach richtig Action? Möchtest du Quality-Time mit der Familie? Oder Zeit für dich und deine persönliche Entwicklung? Wovon brauchst du eine Auszeit und wofür möchtest du sie nutzen?

  • Nimm dir Zeit dafür! Ziel dieser Übung ist herauszufinden, was du auf deiner nächsten Reise erfahren, erleben und lernen willst. Das ist das wirkliche Reiseziel und viel wichtiger als der Ort, an dem wir später landen werden. Genau das ist auch die ursprüngliche Idee einer Bucket List, auf deutsch „Löffel-Liste“: eine Liste mit Erfahrungen, die du noch machen möchtest, bevor du sprichwörtlich „den Löffel abgibst“. Bewusstes Reisen heißt nicht Meilen sammeln, sondern Momente erschaffen – Erlebnisse, nach denen dein Herz sich sehnt. 
Bucketlist schreiben
Bucketlist für die Reiseplanung

Lass dein Herz deine Bucket List schreiben

Fernweh in der nähe stillen

Falls dein nächstes Reiseziel nicht an einen bestimmten Ort gebunden ist, du dich also vor allem nach Entspannung, Wellness, Ruhe, Outdoor, Natur oder Zeit zu zweit sehnst, ist dein grünes Gewissen schnell zu beruhigen. Denn für all das musst du nicht die halbe Welt umrunden! Wir leben in Europa auf dem wohl vielfältigsten Kontinent der Erde – landschaftlich, kulturell und kulinarisch. Wir sind umzingelt von wunderschönen Reiseländern wie Österreich, Italien, Norwegen oder Schweden und selbst in Deutschland ist von Beach bis Berge wirklich alles drin.

Alleine mit der Entscheidung für ein bewusstes und näheres Reiseziel, dass ohne Flugzeug zu erreichen ist, kannst du viel für das ökologische wie für dein mentales Klima tun! Mentales Klima deshalb, weil eine kopflose „Ab-in-den-Urlaub“-Strategie immer der Sonne nach meist auch für uns selbst nicht wirklich nachhaltig ist. Klar, ein paar Tage am Strand haben uns alle schon mal vor dem sicher geglaubten Nervenzusammenbruch bewahrt, aber meistens ist die innere Ruhe genau wie der gold-braune Teint schon nach der ersten Woche zurück im Alltag nichts als blasse Urlaubserinnerung. Unsere Erfahrung sagt: Reisen kann mehr!

Eine gute Reise muss nicht weit sein, sondern tief gehen.

Deshalb wollen wir in den nächsten Jahren noch viel viel mehr von Deutschland und Europa entdecken, öfter zu Kraftorten (die für uns meist in den Bergen liegen) reisen und dich bei Nomads and Rebels ganz absichtlich mit Nahweh infizieren!

Also, wie wär's mal mit Wellness an der Ostsee, Yoga im Bayerischen Wald, Romantik im Tiny House, ein Roadtrip durch Slowenien oder eine Zugreise nach Süditalien? Inspiration für unglaublich schöne Reiseziele in Europa findest du zum Beispiel auch bei Wir Sind Anderswo, Ute Kranz' Blog Bravebird und Betrices Travelblog Reisezeilen.

SLOW TRAVEL – Reisen braucht Zeit

Kurze Strecken schafft man in kurzer Zeit. Für Fernreisen muss man sich Zeit nehmen. Als Menschen noch mit dem Segelschiff um die Welt geschippert sind, war das eine einleuchtende Sache. Niemand hätte eine lebensgefährliche Atlantiküberfahrt unternommen, nur um sich 10 Tage die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Die Relation stimmte einfach nicht. Und auch wenn wir heute in der Lage sind, die Welt nicht in 80 Tagen, sondern wahrscheinlich in 80 Stunden zu umrunden, Sinn macht es immer noch nicht wirklich.

Kurzzeitreisen an weit entfernte Ziele sind ökologischer Wahnsinn und für Body & Soul alles andere als entspannend. Ein indianisches Sprichwort beschreibt, was später Dan Kieran mit „Slow Travel" * (absolute Buchempfehlung!) zur Philosophie des langsamen Reisens entwickelte: 

„Wenn du an einen neuen Ort gelangst, warte. 

Es braucht Zeit, bis die Seele nachkommt.“

Natürlich muss man jetzt nicht aus jedem Kurztrip eine Expedition à la Marco Polo machen, aber allen Fernreisenden empfehlen wir: Nehmt euch Zeit! Aber wie lange genau?

Dafür hat der der WWF eine Faustregel aufgestellt, die die Entfernung des Reiseziels und Aufenthaltsdauer in die Waage bringt: 

  • Unter 700 Kilometer Distanz zum Reiseziel: auf's Fliegen verzichten!
    Bis 2.000 Kilometer: bleib mindestens acht Tage vor Ort!
    Über 2.000 Kilometer: bleib mindestens 15 Tage vor Ort!
     ​

Oder noch einfacher: Je weiter du wegfährst, desto länger solltest du bleiben und desto seltener hinfahren! Einfach, weil meist die An- und Abreise den klimaschädlichsten Teil einer Reise ausmachen. Wir bleiben deshalb in Destinationen wie z.B. Südostasien (mit einer Reisedistanz von ca. 10.000 Kilometern!) mindestens 6 Wochen. So viel Zeit muss einfach sein... 

Such dir deinen weißen Fleck!

Bewusst und nachhaltig Reisen heißt auch, sich Gedanken über die perfekte Reisezeit und die dafür in Frage kommenden Reiseorte zu machen. Unser Motto für die Reiseplanung ist immer: „Wenn alle dort sind, sind wir wo anders!“ 😀 Denn die Klimabelastung ist eine Schattenseite des Reisens, der Massentourismus oder gar „Overtourism“ eine andere. Viel zu viele Menschen auf einem Fleck sind nicht nur für uns persönlich ein Grund zur sofortigen Flucht, sondern auch für die Natur und Einheimischen in den Reiseländern oft too much. Unsere Tipps, wie du den Massen entgehen kannst:

  • Plane in der Low Season und Off the Path – das schont Umwelt, Nerven und Geldbeutel. Außerdem kannst du so kleineren Hotels oder Unternehmen helfen, über die touristisch schwächeren Zeiten zu kommen. Meide wenn möglich Ferienzeiten (auch die im Gastland), Feiertage und informiere dich über internationale Reisewellen wie z.B. das chinesische Neujahr Ende Januar. Falls du nur in diesen Zeiten reisen kannst, wähle touristisch weniger frequentiere Länder oder Regionen. 

Such dir deinen weißen Fleck, Hotels und kleine Restaurants abseits der Touri-Meilen. Reise dorthin, wo niemand (Mensch oder Tier) seinen Platz für dich räumen musste. Sag „No, Thanks!“ zu Unterkünften, die dich mit Zäunen und Mauern von den Locals trennen. Reise dorthin, wo man sich auf dich freut! Du wirst sehen: Überall hier warten die besten Reiseerlebnisse auf dich!

Individuell reisen auf den Philippinen

Abseits der ausgetretenen Pfade findest du meist Naturwunder und echte Orte zum Staunen

REISE AUF DEINE WEISE!

Bleib individuell und vergiss All-Inclusive! Denn die angeblichen Rund-um-Sorglospakete großer Reiseveranstalter sind zwar verlockend billig und in Null Komma Nix gebucht, aber das exakte Gegenteil einer bewussten und nachhaltigen Reiseplanung. Pauschalreisen nehmen uns alles ab: die Wahl des Reiseziels, das lästige Flüge-Vergleichen und die endlose Sucherei nach dem richtigen Hotel – aber auch so gut wie alle Möglichkeiten, mit unserer Reise Positives zu bewirken, nachhaltigen Tourismus zu unterstützen und das Reiseland wirklich kennenzulernen. Hier ein paar Facts, warum du Pauschalreisen eigentlich pauschal vergessen kannst:

  • Ein All-inclusive-Resort ist eine abgeschottete Welt, vom Reiseland oder wirklich authentischen kulturellen Erlebnissen bekommt man kaum etwas mit. Vollpension, Souvenirshops im Hotel und durchorganisierte Ausflüge schaden zudem kleinen lokalen Betrieben wie Restaurants, Strandbars oder einheimischen Tourguides.  
  • Angestellte in All-inclusive-Anlagen leiden meist unter noch schlechteren Arbeitsbedingungen als in anderen Hotelarten: Kurzzeitverträge, Niedriglöhne, lange Arbeitszeiten durch 24-Stunden-Services und kaum Trinkgeld (man hat ja schließlich schon für alles bezahlt). Höhere Fachkräfte werden meist international rekrutiert, Service- oder Reinigungspersonal mit ArbeitsmigrantInnen besetzt. Die Lokalbevölkerung geht oft leer aus.
  • Pools, Parties, Golfplätze, riesige Grünanlagen, importierte Lebensmittel und umgebaggerte Strände verbrauchen endlos Strom und Wasser, verschmutzen die Umwelt und hinterlassen gigantische Abfallberge. Und das meist in Ländern, die dafür überhaupt keine Infrastruktur und generell knappe Ressourcen haben.

Wenn du diese Art von Tourismus auf keinen Fall unterstützen möchtest, hilft nur eins: Organisier deine Reise selbst! Nutze dein Flug-, Bahn- oder Busticket, deine Hotelbuchung – ja, deine gesamte Reise – als einen Stimmzettel für Werte und eine Art zu Reisen, die zu dir passen. Mach nicht irgendeine Reise, mach Deine Reise!

Tauch ein in dein Reiseland!

Wenn du dich für ein Reiseziel entschieden hast, tauch doch schon vor Reisebeginn mal richtig ein in fremde Sitten, die Kultur und Geschichte von Land und Leuten: Wie ist die politische Situation? Wie ist das Leben dort und wie war es in der Vergangenheit? Was macht den Menschen vor Ort zu schaffen? Was ist ihnen heilig?

  • Mach dich mit deinem Reiseland vertraut – mit Dokus, Filmen oder Büchern. Einen guten Blick hinter die touristischen Kulissen bieten z.B. die Sympathie Magazine  von FairUnterwegs.  Die Magazin gibt es für ein paar Euro und schon für über 50 Länder. Auch gut ist die Buchreihe KulturSchock* unseres Lieblings-Travelguide-Verlags Reise KnowHow (um denselbigen dann eben zu vermeiden 😀 )

Noch ein Tipp: Lerne ein paar Worte der Landessprache! Meistens öffnet ein „Hallo! Wie geht's?“ Türen und Herzen (und Taxifahrer trauen sich dann meist nicht mehr, den ganz hohen Touri-Preis zu sagen...) Denn Reisen ist Begegnung, Zuhören und Erzählen. Interesse, Verständnis und Aufmerksamkeit sind die schönsten Gastgeschenke, die wir mitbringen können.

Kamera und Reisejournal gehören zu unserem Reise-Equipment

Mit Kamera und Reise-Journal halten wir unsere Reisen im Außen und Innen fest


Wir hoffen sehr,  dass wir dir mit diesem Artikel bei deiner bewussten und nachhaltigen Reiseplanung helfen und dich ein wenig inspirieren konnten. Wir freuen uns über deine Gedanken, Fragen oder auch dein nächstes Reiseziel in den Kommentaren und wenn du den Artikel teilen möchtest – Sharing is Caring!

PS: Die mit einem * gekennzeichneten Links sind sog. Affiliate-Links. Wenn du über diese Links etwas buchst, erhalten wir eine kleine Provision – für dich kostet das natürlich keinen Cent mehr! Aber du kannst uns und Nomads & Rebels damit ganz einfach unterstützen. Dafür schon jetzt ein riesiges DANKE!

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